Spurenlesen, Nachtwanderung und mehr: Naturverbindung im Januar

Feuer im Schnee

Spurenlesen

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Wer war hier wohl unterwegs?

Diese Woche hat es endlich geschneit hier oben im Norden. Leider nicht viel, nicht genug, um richtig gut Spurenlesen zu gehen, aber immerhin.

Solltet ihr mehr Schnee geschenkt bekommen haben, dann kann ich euch nur empfehlen: Jetzt ist die Zeit rauszugehen und in Feld, Wald und Wiesen nach Spuren zu suchen. Schaut genau hin, wo sie hinführen, sie verraten euch die Pfade der Tiere. Sie zeigen euch an, wo die Tiere unterwegs sind, wer alles da ist und wer hinter wem her ist – das ganze Buch der Natur liegt offen vor euch.

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Und hier?

Wer Lunte gerochen hat und noch mehr wissen will: Die Wildnisschule Hoher Fläming bietet ab Mai eine Weiterbildung in Fährtenlesen an, das wird bestimmt spannend. Hier gibt es mehr Informationen darüber und bald hoffentlich auch auf dem Waldweg (Doch noch ist es zu früh, darüber zu sprechen.)

Nachtwanderung

Doch auch wenn der Schnee nicht zum Spurenlesen reicht, ist es schön jetzt durch die verschneite Landschaft zu laufen. Da es immer noch recht früh dunkel wird, bietet sich eine Nachtwanderung mit Kindern an, das werden wir morgen machen und ich freue mich sehr darauf. Ich bin die Strecke vorher ein paar Mal abgegangen, um sie in der Dunkelheit gut zu finden. Sonst braucht es nicht viel: ein paar Taschenlampen, warme Kleidung, vielleicht eine Thermoskanne Tee und gute Fragen.

Denn natürlich werden wir uns fragen: Wer ist jetzt unterwegs? Welche Tiere sind wach? Welche machen Winterschlaf? Wer ist jetzt zu hören?

Ein paar Tipps, wonach ihr jetzt Ausschau halten könnt:

Die Rauschzeit der Wildschweine geht von November bis Januar, sie sind besonders aktiv, doch recht scheu. Wildschweinspuren solltet ihr aber relativ leicht finden.

Rehe schließen sich im Winter zu Rudeln von bis zu 30 Rehen zusammen, die von einer alten Rehgeiß angeführt werden. Wie die Wildschweine sind Rehe in der Dämmerung unterwegs und können dann an Waldrändern oder auf Lichtungen gut beobachtet werden.

Im Winterschlaf/ruhe sind andere nachtaktive Tiere wie der Waschbär oder der Dachs.

Hören kann man jetzt den Uhu (und das kilometerweit). Der Uhu ist ein typischer Wintersänger. Sein Ruf dient der Paarfindung. Er ist ein seltener Vogel, aber z.B. in Hamburg gibt es vier nachgewiesene Paare u.a. im Ohlsdorfer Friedhof und im Klövensteen, mehr Infos hier.

tawny-owl-175969_640Häufiger als der Uhu ist der Waldkauz. Auch er ist jetzt wieder gut zu hören. Der Ruf des Männchens, das heulende „huu-huhuhu-huu“ klingt besonders schaurig. Von Januar bis März ist die Hauptbalz die Waldkäuzchen, dann steigen die Chancen sie zu entdecken.

Doch nicht nur nachts auch tagsüber gibt es jetzt einiges auf die Ohren. Der Zaunkönig zum Beispiel hat einen erstaunlich lauten Gesang und singt mitten im tiefsten Winter, darüber habe ich hier schon eimal geschrieben.

Bereits das Anzeichen des Frühlings ist der Gesang der Kohlmeisen und Amseln, der jetzt wieder anfängt zu erklingen. Die Reviere werden abgesteckt, das hört man deutlich im Wald und im Garten. Hört mal hin, fällt er euch auf? Bei uns singen erst die Kohlmeisen, ein Kollege aus Leipzig hat auch schon die erste Amsel gehört.

Das sind nicht die einzigen Frühlingszeichen, die wir demnächst erblicken und hören können, doch darüber mehr, wenn Mariä Lichtmess am 2. Februar vorbei ist. Vorerst wünsche ich euch noch eine gute dunkle Zeit. Was habt ihr Schönes vor?

Verweise:

Einen schönen Einstieg ins Fährtenlesen bietet dieses Buch: Ohnesorg/Scheiba, Tierspuren und Fährten erkennen&bestimmen. Wassermann 2012.

Das Bild von den Waldkäuzen stammt von Pixabay.

 

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