Im Einklang mit der Natur in der dunklen Jahreszeit – Naturerfahrung im November

Die Natur ist auf dem Rückzug und auch wir sind es. Schon letzte Woche hatte ich darüber geschrieben, bei der Spurensuche im Inneren. Auch diese Woche war ich draußen unterwegs und habe beobachtet, wie die letzten Blätter von den Bäumen fielen und die letzten Blüten vom ersten Frost dahingerafft wurden. Es ist soweit, der endgültige Abschied von der grünen und bunten Zeit ist da.

Ich will es nicht verhehlen, mir fällt er schwer, jedes Jahr vom neuen. Doch im Einklang mit der Natur zu leben, heißt eben auch im Einklang mit den Jahreszeiten zu leben. Und nun ist eben die graue Jahreszeit.

Damit einen der Novemberblues jetzt nicht vollkommen übermannt, ist es gerade jetzt für Stadtmäuse wichtig rauszugehen, das Tageslicht mitzunehmen und sich an den Schönheiten der Natur zu freuen, sich mit der Natur zu verbinden. Naturerfahrung geht auch im November, man muss nur anfangen.

Meine Empfehlungen für den November:

Naturerfahrung vor der Haustür: Feuer machen

Nächstes Wochenende ist St. Martin. Bei uns ist es Tradition, dass alle Kinder der Nachbarschaft gemeinsam einen Martinszug gehen. Singend gingen wir den Wald, ein langer Zug von Laternen wand sich durch die Dunkelheit. Da konnte ich die Dunkelheit auch schätzen und ein schönes heimeliges Gefühl hat sich in mir breit gemacht. (Wem außer „Laterne, Laterne“ nichts einfällt, dem möchte ich „Durch die Straßen auf und nieder“ und „Kommt, wir wollen Laterne laufen“ ans Herz legen).

Naturerfahrung im November: Laternen
Licht in der Dunkelheit

Anschließend habe ich bei uns im Hof ein Feuer in der Feuerschale gemacht und Glühwein und Punsch ausgeschenkt. Die Kinder haben überm Lagerfeuer Marshmellows geröstet und die Erwachsenen sind miteinander ins Gespräch gekommen. Es war ein wirklich schöner Abend, der mal wieder gezeigt hat, mit wie wenig Aufwand, sich solche gemeinsamen Erlebnisse gestalten lassen.

Damit es beim Feuer machen auch gut klappt und ihr nicht auf chemische Hilfsmittel zurückgreifen müsst, werde ich nächste Woche ausführlicher darüber schreiben, wie man das perfekte Feuer entzündet – unter Wildnisexperten auch als das ein-Streichholz Feuer bekannt.

Und falls ihr diese Woche schon Feuer macht: Sammelt Birkenrinde von toten Birken – das funktioniert immer.

Naturerfahrung im Wald

Die Birkenrinde könnt ihr ja bei einem schönen langen Spaziergang im Wald sammeln. Wenn ihr euch leise und vorsichtig durch den Wald bewegt, dann bemerkt ihr vielleicht auch die Spuren folgender Ereignisse:

Wildschweine:

Die Brunftzeit der Wildschweine heißt Rauschzeit. Sie geht von Anfang November bis Mitte Januar. Während der Rauschzeit kann es zwischen gleich starken Keilern zu heftigen und lang andauernden Positionskämpfen kommen. (Schwächere Keiler werden durch aggressives Drohverhalten verjagt.)

Die Bache hat eine Tragezeit von rund 4 Monaten, sodass die Frischlingen zwischen Februar und April des folgenden Jahres zur Welt kommen.

Rehe:

Im Herbst wächst Rehen ein dickes Winterfell. es besteht aus langen und kurzen Deckhaaren und besonders warmen, dichten Wollhaaren. Zwischen den Haaren befindet sich Luft, die eine Art Polster gegen die Kälte bildet.

Im Herbst lockert sich auch das Geweih des Rehbocks, und fällt schließlich im November ganz ab. Ab Januar wächst es dann wieder neu, und schon im März ist der Kopfschmuck wieder da und auch etwas größer als vorher. (Ab dem zweiten Jahr hat das Geweih auch eine Verzweigung).

Vögel:

Die Zeit der Zugvögel ist vorbei. Viele Vögel überwintern in Schlafgemeinschaften. Große Vogelschwärme fliegen jeden Abend zu ihren Schlafplätzen. Schaut mal, ob ihr herausfindet, wo die Krähen und Spatzen schlafen.

Wie auch immer ihr unterwegs seid, ich wünsche euch auf jeden Fall eine schöne Zeit draußen.

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