Die Heilkraft der Pflanzen – eine Rezension

„Die Tage werden spürbar kürzer, der Sommer verabschiedet sich endgültig. Das Licht im Oktober ist so warm, so mild und so satt wie in keinem anderem Monat. Die Natur lebt stärker im Wechsel zwischen Hell und Dunkel, zwischen Tag und Nacht. Die Felder sind abgeerntet, in der Landschaft erobert sich das Braun der Erde wieder seinen Platz.“

So beschreibt Ursula Stumpf in ihren einführenden Worten den Oktober in ihrem Buch „Pflanzengöttinnen und ihre Heilkraft“. Ich hatte ja schon länger versprochen, ihr neues Buch vorzustellen und nun ist es soweit.

Ursula Stumpf bin ich zum ersten Mal mit ihrem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“ begegnet, das ich auch sehr empfehlen kann. Sie ist eine wahre Koryphäe, wenn es um Pflanzenheilkunde geht. Ursprünglich Pharmazeutikerin wurde sie über die Suche nach echter Gesundheitsvorsorge zur Heilpraktikerin. 20 Jahre lang, bis 2010 arbeitete sie in ihrer eigenen Naturheilpraxis. 1998 gründete sie ihre eigene Kräuterschule in Karlsruhe, auf www.kraeuterweisheiten.de kann man sich heute informieren.

Ihr Anliegen ist die Botschaft der Heilpflanzen als aktive Lebenshilfe mitten im Alltag.

Und genau davon handelt auch ihr Buch „Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter“. Hier stellt sie 64 Pflanzen im Porträt nach Jahreszeiten geordnet vor. Liebevoll werden die Pflanzen vorgestellt mit ihren Heilwirkungen, aber auch den Botschaften, die sie für den Alltag bereithalten. Dazu finden sich einführende Kapitel für jeden Monat, die die allgemeine Stimmung des Monats einfangen. Diese haben mir besonders gut gefallen, versuche ich doch auch die aktuellen Qualitäten einer Jahreszeit zu erkennen und zu genießen. Daraus stammen auch die Zeilen oben.

Vorgestellt werden für den Monat Oktober die Schafgarbe, die Weinrebe, die Rosskastanie, der Spitzwegerich und die Hagebutte.

IMG_3265Hagebutten habe ich gerade gestern von einer Nachbarin geschenkt bekommen. Es sind die Früchte der Wildrosen, auch Hecken- oder Hundrosen genannt, die man überall bei uns finden kann. Hagebutten sind Vitamin- und Mineralstoffspeicher pur, sie enthalten besonders viel Vitamin C. Hagebutten kann man als Tee (Tipps dafür gibt es hier) oder Mus verarbeiten. Oder ihr könnt einfach an den Schalen knabbern, das hat mir meine Nachbarin auch empfohlen. Das geht besonders gut, wenn sie schon ein wenig weich sind, dann schmecken sie wirklich lecker.

Rezept für Hagebuttenmus:

Im Buch befindet sich auch ein Rezept für Hagebuttenmus ist aus dem Buch und ich darf es hier vorstellen:

Hagebutten halbieren, mit einem kleinen Mokkalöffel die Kerne mit den Härchen herausschaben. Waschen sie die Kerne gründlich, damit die Härchen abgehen, und lassen Sie sie trocknen. Sie ergeben später den Kernlestee. Waschen sie auch die Schalen noch einmal,um die Härchen wirklich zu entfernen und kochen Sie sie mit ein wenig Apfelsaft weich. Mit einem Pürierstab pürieren Sie alles und frieren das Mus in kleinen Portionen ein. So schmeckt es immer frisch und aktivierend. 1TL davon in Müsli oder in den Joghurt deckt den täglichen Vitamin-C-Bedarf. Wer es süßer mag, vermischt das Mus mit Honig und streicht es auf ein Butterbrot.

Das werde ich mit meinen geschenkten Hagebutten gleich mal ausprobieren. Doch nicht nur für Hagebutten finden sich viele Anregungen im Buch. Weitere Rezepte umfassen z.B. Holunderküchle, eine Arnika-Tinktur, Johanniskrautöl, eine Mondscheintinktur mit Baldrian, Vergissmeinnichtwein und vieles mehr.

FullSizeRenderInsgesamt sind es 64 Pflanzenporträts mit zahlreichen wertvollen Botschaften und Anregungen. Unter den 64 sind viele meiner Favoriten wie Johanniskraut, Beifuß, Brennnessel, Giersch, Weide, Holunder und Weißdorn.

Für mich ist „Pflanzengöttinnen und ihre Heilkraft“ ein unerschöpflicher Wissenschatz, den ich immer wieder gerne aufschlage, weil ich auf jeder Seite etwas neues lerne. Ich kann es allen empfehlen, die sich ernsthaft mit Pflanzen und ihren Botschaften befassen wollen.

Ursula Stumpf, „Pflanzengöttinnen und ihre Heilkraft. Naturkraft schöpfen, Heilwissen nutzen.“ Kosmos Verlag 2017.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

2 Kommentare

  1. Liebe Kathrin,
    ergänzend kann ich dazu noch das feinsinnige Buch von Wolf Dieter Storl
    „Die alte Göttin und ihre Pflanzen“ empfehlen.
    Hier entlang zu meiner Rezension:
    https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/18/die-alte-gottin-und-ihre-pflanzen/

    Mit seinem Buch „Die alte Göttin und ihre Pflanzen“ öffnet uns Wolf-Dieter Storl einen Weg zu uralten Wurzeln unseres Daseins. Auf seine lebendig-erzählende Weise ermöglicht er uns eine „reanimierende“ Spurenlese in unserer kollektiven Seelenlandschaft, in der Geistiges und Körperliches sowie Pflanzliches, Tierisches und Menschliches nicht getrennt, sondern „kommunikativ“ verbunden sind.
    Er verknüpft Erkenntnisse der Anthropologie, Botanik, Ethnologie sowie Etymologie und erklärt mit einfühlsamem Gespür den symbolischen Gehalt und den Zusammenhang alter Märchen und Zauberpflanzen.

    Mit herzlichem Gruß
    Ulrike von Leselebenszeichen 🌿

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