Dankbarkeit – eine andere Art der Naturverbindung

Dankbarkeit

Morgen beginnt der Dezember, der erste Advent ist nah. Dezember ist ein Monat voller Termine und geplanter Aktivitäten. Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Geschenke … unsere Aufmerksamkeit wird an vielen Stellen gefordert. Gleichzeitig ist es (zumindest hier im Norden) grau und matschig, von Schnee bisher keine Spur. Neidvoll habe ich die ersten Schneebilder aus dem Süden gesehen. Wenn ihr in der glücklichen Lage seid, Schnee vor der Haustür zu haben, geht mal raus und schaut, welche Spuren ihr findet. Wo führen die eigentlich hin? Und wer war da alles unterwegs? Ich werde im Laufe dieses Winter noch über Spuren lesen schreiben, aber ich werde warten, bis auch bei uns die Konditionen besser sind.

Warum Dankbarkeit wichtig ist

Heute habe ich ein ganz anderes Thema im Sinn, das vielleicht auf den ersten Blick gar nicht zu den anderen Themen hier passt. Denn es geht um Dankbarkeit. Das hat natürlich erstmal nichts mit Naturerfahrungen zu tun. Dennoch ist Dankbarkeit in der Wildnispädagogik eine ganz wichtige Praxis, wir beginnen jedes Treffen, jede Telefonkonferenz mit einer Danksagung.  Es gibt keine festgelegten Worte, keine Form dafür. Jede*r entscheidet für sich persönlich, für was er oder sie gerade dankbar ist.

Vogelfutter
Ein kleiner Dank an die gefiederten Freunde, die uns soviel Freude bereiten

Gestern war ich dankbar, dass ich mit meinen Kindern morgens den Eichelhäher gesehen hatte und dass sie genauso begeistert wie ich. Heute, dass der Feuermelderalarm, der uns aus dem Bett geholt hat, nur ein falscher Alarm war und niemanden etwas passiert sind. Es geht um die kleinen Dinge, um das vermeintlich Selbstverständliche, bei dem wir erst, wenn wir es nicht mehr haben, merken, wie wichtig es ist. Auch ich vergesse das immer wieder.

Darum versuche ich jeden Morgen mit einer Danksagung zu beginnen. Tagsüber nehme ich mir immer wieder einen Moment Zeit, um zu reflektieren, wofür ich dankbar bin. Manchmal zünde ich dazu eine Kerze an.

Es geht um eine Haltung, die euch zu euch selbst in Kontakt bringt. Und wenn ihr mit euch gut in Kontakt seid, dann könnt ihr auch die Natur besser wahrnehmen. Dann öffnen sich Synapsen und ihr werdet die vielen, kleinen Wunder bemerken, die euch jeden Morgen begegnen. Das Krächzen der Krähen auf dem Baum zu hören, den flinken Flug der Meisen zu beobachten, die anmutige Architektur der nackten Bäume zu bewundern – all das kann euren Alltag reicher machen. Und dann seid ihr auch besser gerüstet für all die Hektik, die die Tage vor Weihnachten bereit halten.

Darum möchte ich euch einladen, der Dankbarkeit Raum zu geben – gerade in diesem hektischen Monat Dezember. Ihr werdet sehen, es verändert eure Lebensqualität – bei mir war das auf jeden Fall so.

Und nun möchte ich euch mit einer Idee von Nadja Kühn, die Naturtherapie in Berlin anbietet, hinausschicken in einen hoffentlich verschneiten Dezember:

Die Dankbarkeits-Schnitzeljagd

 

Dankbarkeitsschnitzeljagd

 

Wer mir auf Instagram folgt: Da werde ich im Dezember jeden Tag zeigen, wofür ich dankbar bin. Vielleicht habt ihr ja Lust mitzumachen?

P.S. Ich bin meinen Wildnismentoren Wieland Woesler von der Wildnisschule Seenland, Paul Wernicke von der Wildnisschule Hoher Fläming und Tim Täger von Jagdschule Jagwina dankbar, dass sie mir Dankbarkeit vorleben. Außerdem bin ich Jon Young, einem der Begründer der Wilderness Schools, sehr dankbar für seine Arbeit auf diesem Gebiet. Wer neugierig geworden ist, auf die kulturellen Praktiken, die mit Naturverbindung einher gehen, kann hier einen Einblick ins Jons neuestes Projekt 512 bekommen. Das 512 Project dokumentiert auf einzigartige  Weise die Erkenntnisse aus seiner Arbeit mit verschiedenen Kulturen aus aller Welt. Denn Naturverbindung hört nicht bei Naturerfahrung auf, es ist eine viel tiefere Haltung, die alle Aspekte unseres Lebens zum Positiven verändern kann.

 

 

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.